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16.04.2020

Knackpunkt Platzreife

Fakt ist, dank Corona ist es momentan egal, ob jemand die Platzfreigabe hat oder nicht. Es herrscht Zwangspause im Golfsport. Noch! Aber Fakt ist auch, dass wir jede Menge neuer Mitglieder haben, die das Golfspiel erlernen und möglichst bald die Platzfreigabe erlangen möchten, damit sie endlich über den heiligen Rasen laufen und am ungehemmten Spaß teilhaben dürfen.

Verständlich und überaus nachvollziehbar.Aber Fakt ist nun mal auch, dass die Sache mit dem „Spaß haben“ beim Golf nicht so ganz einfach ist. Wir haben zwar einige Mitglieder, die richtig super spielen, und  wir haben eine Menge langjähriger Mitglieder, die das Golfspiel noch nicht perfektioniert haben, aber zumindest ganz passabel spielen. Und wir haben Mitglieder, die ihr eigenwilliges Spiel damit entschuldigen, dass sie nur Spaß haben und keine Preise gewinnen wollen. Zu diesen gehörte ich.

Wobei ich zugeben muss, dass ich im Innersten doch liebend gern mal was gewonnen hätte. Aber mein Spiel ließ dies einfach nicht zu. Ja und  wenn man jeden zweiten Abschlag in die Wicken zimmert, dann ist sehr schnell Ende mit Lustig. Besser gesagt, es taucht erst überhaupt null Spaß auf! Man stapft frustriert über die Fairways und muss sich dabei noch eine Ausrede ausdenken, warum es gerade heute nicht geklappt hat. Schuld daran bin ich allein. Aber ein klein wenig auch die Tatsache, dass ich damals die Platzfreigabe quasi geschenkt bekommen habe. Ich musste dafür relativ wenig tun und dementsprechend wenig habe ich auch dafür getan. Ich wollte so schnell wie möglich auf das Objekt meiner Begierde, auf den Platz. Und mit einem Minimum an Trainerstunden und einer taktischen Meisterleistung, nämlich die Freigabe bei einem externen Trainer zu erspielen, ist mir das auch gelungen. Sehr zu meiner damaligen Freude, sehr zu meinem heutigen Leid. Mir fehlten ganz einfach die Basics und ich hab mirdort auf dem Platz (war jetzt nicht Kassel, aber das ist egal) sehr viele Sachen angeeignet, die meinem Spiel nicht unbedingt guttaten. Ja und als ich jetzt in Kassel gelandet war und mich hier sehr wohl fühlte, da wollte ich auch mal bei Hermina oder bei einem Wochenendturnier ein klitzekleines Preiselchen einheimsen. Aber, wie gesagt, das ging nicht. Also Trainerstunden bis zum Abwinken. Ich lernte zwar wahnsinnig viel über den Golfschwung. Theoretisch!  Aber ich lernte auch, dass es noch viel schwerer ist, automatisierte Fehler abzustellen, als neue Dinge zu erlernen. Immer wenn der Trainer und ich dachten, jetzt hat er es begriffen, fiel ich in alte Muster zurück.  Ich bin permanent an mir gescheitert und mein Selbstbewusstsein wurde dadurch nicht unbedingt grösser. 

Ja und irgendwann gibt man dann auf und wird Spaßgolfer. Ein „Just for fun“ Golfer, der aber völlig  Spaß frei agiert.Genau dies möchte ich all denen, die jetzt hoffentlich bald die Platzfreigabe in Angriff nehmen wollen, ersparen. Natürlich ist der Wunsch endlich auf den Platz zu dürfen, dank Corona, noch größergeworden, aber jede Trainerstunde, die sie zusätzlich nehmen, und jeder Eimer Bälle, den sie auf die Driving Range semmeln, erhöht den Spaßfaktor auf dem Platz enorm. Und spart richtig viel Geld, denn es ist einfacher, was Neues zu erlernen, als erstmal Fehler abzustellen und dann mit dem Erlernen zu beginnen. Na gut und spaßfreier Spaßgolfer zu werden, um mal mit mir zu spielen, ist nicht allzu schwer!

 

Klaus Purwin